Aus dem Gemeindeleben

Auszüge aus den Protokollbüchern

  Aus den noch vorhandenen Protokollbüchern des Rates der Gemeinde Garßen konnte auszugsweise entnommen werden: .....

Am 19.02.1888 war Gemeindevorsteher der Vollhöfner G a r n e r .

Der Gemeindeversammlung gehörten an diesem Tage an:

Die stimmberechtigten Gemeindemitglieder waren in Wahlklassen eingeteilt (Klasse I - IV), die getrennt ihre Mitglieder nach den zustehenden Stimmen wählten.

Am 31.5.1889 wurden in der Gemeindeausschußversammlung zwei Feuergeschworende von den anwesenden Gemeindemitgliedern, und zwar der Brinksitzer Heinrich Knoop (Heine) und Heinrich Hustedt, gewählt.

Anschaffung einer Orgel für die Kapelle

Im Jahre 1890 beschloß der Kapellenvorstand, in der hiesigen Kapelle eine Sammelbüchse aufzustellen zur Entgegennahme von freiwilligen Gaben für die Anschaffung einer Orgel bzw. eines Harmoniums. In den Jahren von Ostern 1890 bis Januar 1897 ist ein Betrag von 570 mark gesammelt worden. - Der Lehrer Könecke wurde beauftragt, ein Pedalharmonium bei der Firma W. Rudolph in Gießen zu kaufen. - Am 26. März 1897 traf das schöne Instrument ein und wurde in der Kapelle aufgestellt. Der Preis war 1260,- Mark. Davon wurden 800,- Mark bar bezahlt und der Rest in 4 Jahresraten von je 155,- Mark.

Am 26.4.1891 wurde eine Kommission gewählt, welche eine Satzung erarbeiten sollte, damit künftig in jedem Jahr ein gemeinsames Schützenfest stattfinden sollte.

Zum neuen Vorsteher wurde am 29.7.1893 der Vollhöfner L i l i e mit 88 Stimmen gewählt.

Am 20.11.1897 wurde zur Kenntnis gebracht, daß eine Haltestelle an der Bahn Hannover - Hamburg neben der Lübbing'schen Ziegelei durch den Eisenbahnminister genehmigt wurde. Aufgrund der Wichtigkeit einer solchen Haltestelle für Garßen, auch für den Güterverkehr, wurde mit 10 Stimmen gegen 1 Stimme beschlossen, 10.000,- Mark zu den Anlagekosten zu bewilligen.

Reichstagswahl 1898

Am 16. Juni 1898 wurde die Reichstagswahl abgehalten. In Garßen wurden 62 Stimmen abgegeben, und zwar:

Kleinbahn Garßen - Bergen

Im Jahre 1899 hatte der Kreistag beschlossen, eine Kleinbahn von Celle nach Bergen zu bauen. Da sich aber die Verhandlungen zwischen dem Land- und Stadtkreis zerschlugen, wurde die Bahn nur von Bergen nach Garßen gebaut.
Im Mai 1901 wurde der Bahnbau in Angriff genommen und am 23. April 1902 die Bahn dem öffentlichen Verkehr übergeben. Am 12. Dezember 1904 war dann auch das Reststück bis Celle fertig, so daß die Züge von Bergen direkt nach Celle fuhren. Nur zweimal am Tag kamen die Züge auch nach Garßen, um die Ziegelei des Herrn Monheim zu bedienen.

Am 12.4.1902 wurde die Bildung einer Gemeindefeuerwehr beschlossen. Zum Brandmeister wurde der halbhöfner Garner und zu Spritzmeistern die Abbauer Fritz Leifer und August Stradtmann gewählt. Zur Bedienung der Feuerspritze wurden 14 Mann und zur Wasserbeschaffung 20 Mann bestimmt.

Am 3.3.1904 wurde zum Brandmeister für die Zeit bis 1907 Heinrich Garner einstimmig und mit Stimmenmehrheit der Abbauer Wilhelm Leifert als Stellvertreter gewählt.

Am 2.2.1905 wurde die Anlegung eines Telefons für die vorhandene Posthilfsstelle beschlossen. Die Kosten von 260 Mark sollten aus der Gemeindekasse gezahlt werden.

Am 17.6.1905 berührte anläßlich einer Heidefahrt seine Majestät der Kaiser den Ort Garßen. Die Häuser an der Lüneburger Straße waren beflaggt, und bei Gellermanns Gastwirtschaft hatte sich die Schuljugend mit ihrem Lehrer aufgestellt, um seine Majestät zu begrüßen. - Seine Majestät saß im ersten Wagen, im großen Mercedes. Neben ihm saß General-Adjutant, General der Infanterie von Plessen, gegenüber die beiden Flügeladjutanten vom Dienst. Beim Nahen des Autos hörte man schon von weitem die begeisterten Hochrufe der Menge, welche sich auf dem ganzen Weg fortpflanzten.
Der Kaiser trug die Uniform seines Ulanen-Regiments und war trotz der Autobrille leicht zu erkennen. Auf der ganzen Fahrt durch Garßen dankte der Kaiser durch Grüßen sowie durch Winken für die ihm dargebrachten Huldigungen.
Dem Herrn Oberpräsidenten ist folgender allerhöchster Erlaß zugegangen:
"Ich habe die Straße Hannover-Celle-Lüneburg-Harburg auf meiner Fahrt im Automobil mit großer Befriedigung kennengelernt. Die Straße war in guter Ordnung, der Verkehr vorzüglich geregelt. Die kleinen Höfe in ihrem rührenden Schmuck, die hübschen Ortschaften, die Städte mit ihrer jubelnden Bevölkerung, haben mich hoch erfreut.
Ich ersuche Ew. Exzellenz, den Beteilgten dies bekanntzumachen mit dem Hinzufügen, daß ich die patriotische Herzlichkeit nicht vergessen werde, mit welcher ich auf dieser Reise von Jung und Alt begrüßt worden bin."

gez. Wilhelm R.

Eine Sonderfahrt, wie sich auch wohl wird nie wieder ausgeführt werden, machte am 22.12.1905 der hiesige Abbauer W. Brammer (genannt Theerbrammer).

Derselbe hatte am genannten Tag eine Kuh per Wagen nach Sülze geliefert und trat, nachdem er in Sülze erst ordentlich eins auf den guten Erlös genommen, spät nachmittags in feuchtfröhlicher Stimmung die Heimreise nach "Muddern" an.
Aber mit des Geschickes Mächten ist nicht zu spaßen. Eingehüllt in warme Decken, ließ er sich auf seinem Wagen sanft zur Ruhe nieder und überließ dem Gespann die Führung. Die jungen Pferde aber machten wegen der wenigen Arbeit einen besonderen Spaß und stiegen bei Hustedt auf den Bahnkörper der Kleinbahn Celle-Bergen und spazierten so in einer Höhe von 8m bei Garßen über die Staatsbahn.
Doch nachdem diese Brücke über die Staatsbahn glücklich passiert war, sollte nun das Verhängisvolle kommen. Bei den Thieleschen Merkelgruben ist für den Besitzer der Ziegelei eine Durchfahrt durch den Bahnkörper gemacht und die obere Verbindung durch eine Brücke hergestellt, welche aber einst dicht mit Bohlen ausgelegt war. Als nun die Pferde hiervor angelangten, blieben sie stehen, und der alte Vater Brammer wachte auf. Doch als scharfer Fuhrmann nahm er die Peitsche und trieb die Pferde an, ohne sich erst zu orientieren, - und das Unglück war geschehen. Die Pferde kamen zu den Bohlen, der Wagen kippte zur Seite und Vater Brammer flog im hohen Bogen die Böschung hinunter. Durch die unliebsame Beförderung kam er zur Besinnung und erkannte seine traurige Lage, lief schnell nach der Thieleschen Ziegelei und holte Leute zur Hilfe. Von abens 10 Uhr bis zum anderen Morgen 1/2 7 Uhr haben 20 starke Männer an der Befreiung der Pferde gearbeitet. Jedes mußte gebunden und dann mit großen Heubäumen von unten aus in die Höhe gehoben werden.

Der Ausbau des Bahnhofsweges wurde am 10.1.1906 beschlossen und die Abfuhr der Steine vom Bahnhof zum Ausbau in 5 Losen verdungen. Außerdem wurde hierfür die Aufnahme eines Darlehens von 16.000,- Mark von der Spar- und Leihkasse mit jährlich 1 % Amortisation beschlossen.

Am 10.11.1906 wurde ein Darlehen zum Ausbau des Weges von Garßen nach Alvern in einer Länge von 1000 Metern in Höhe von 15.000,- Mark aufgenommen.

Der Vollhöfner Fritz Garner wurde am 20.11.1906 mit 166 Stimmen zum Gemeindevorsteher auf 3 Jahre und zum Beigeordneten der Halbhöfner Heinrich Garner mit 190 Stimmen gewählt.

Am 21.3.1908 wurde beschlossen, daß die Einkünfte des Kapellenfriedhofes in die Gemeindekassen fließen.

Am 20.3.1909 wurde der Brinksitzer Hermann Lammers mit 122 Stimmen zum Gemeindevorsteher auf die Dauer von 6 Jahren gewählt.

Der Beschluß zur Herstellung einer öffentlichen Fernsprechstelle in Hornshof wurde am 9.11.1909 gefaßt.

Eine neue Feuerwehrspritze wurde am 20.4.1912 bei der Firma Tidow, Hannover, zu Preis von 1.895,- Mark bestellt.

Versorgung der Gemeinde Garßen mit Elektrizität

Am 24. Mai 1912 war der Kreistag des Landkreises Celle zu einer außerordentlichen Sitzung unter dem Vorsitz des Königlichen Landrats, von Harlem, zusammengetreten. Es handelte sich um den wichtigen Gegenstand der Versorgung des Kreises mit Licht. Einstimmig wurde vom Kreistag die Errichtung einer elektrischen Leitungsanlage zunächst für den gesamten östlich der Eisenbahn Lehrte-Hamburg gelegenen Kreisteil und für den westlichen Kreisteil eine Leitungsführung von Oldau über Stedden, Boye, Klein- und Groß-Hehlen, Scheuen usw. bis Poitzen, mit seitlichen Anschlüssen nach Oldendorf, Dohnsen, Offen und Bonstorf genehmigt.
Die Lieferung des elektrischen Stromes erfolgte aus der bei Oldau gelegenen Elektrischen Centrale der Stadt Celle. Die Kosten für die elektrischen Leitungsanlagen für den ganzen Kreis beliefen sich auf 2.000.000,- Mark. Der Höchstpreis, welcher von den Abnehmern zu zahlen sein sollte, wurde auf 25 Pfennig für die Kilowattstunde Kraft und 50 Pfennig für Licht festgesetzt.
Die Leitung wurde kostenfrei auf Rechnung des Kreises bis zum Stromzähler angelegt. Die Hausinstallation mußten die Anschlußnehmer selbst tragen. Der Bau wurde durch die Firma Siemens & Schuckert, Berlin, ausgeführt.

In Garßen wurden folgende Anschlüsse gefertigt:
Lehrer Windisch, August Stradtmann, Theodor Eggers, Bäcker Graue und H. Baars durch die Firma L. Hoerichs in Celle, Fritz Gellermann, W. Gellermann, Friedrich Hustedt, G. Sohnemann, Hermann Meine, Wilhelm Leifert, H. Lilie, H. Garner, Hermann Lammers, O. Garner, Witwe Raspel-Osterberg, Wilhelm Leiffer-Ratsziegelei, H. Leiffer und W. Beehr und Gastwirt Buchholz-Hornshof/Grünewald, ebenso Busch in Hornshof, durch die Firma Siemens-Schuckert, Vespermann, Karl Effinghausen, H. Stradtmann und Schmied Wilke durch die Firma Ohlendorf und Franke aus Hannover.

Den Bauplatz für das Transformatorenhaus gab die Gemeinde Garßen unentgeltlich und zahlte für jeden in der Gemarkung Garßen aufgestellten Mast an den Besitzer des Grundstückes eine Entschädigung von 5 Mark auf die Dauer von 30 Jahren.

Am 6. Juni 1913, abends 22.15 Uhr, brannte zum ersten Male im Küsterhaus das elektrische Licht.


Am 21.7.1914 wurde der Beschluß zum I. Schulanbau gefaßt.

Ein Betrag von 60.000,- Mark wurde am 11.3.1918 als Deutsche Reichsanleihe gezeichnet.

Der neue Gemeindeausschuß, bestehend aus 12 Mitgliedern, wurde am 2.3.1919 gewählt und bestand aus:

  1. Garner, Heinrich, Gemeindevorsteher

  2. Stradtmann, August, Abbauer

  3. Sohnemann, Gustav, Abbauer

  4. Leiffer, Wilhelm, Hofbesitzer

  5. Lammers, Hermann, Hofbesitzer

  6. Stradtmann, Heinrich, Hofbesitzer

  7. Niemann, Wilhelm, Abbauer

  8. Gellermann, Fritz, Hofbesitzer

  9. Theile, Heinrich, Weichenstelle

  10. Hennies, Kar, Arbeiter

  11. Garner, August, Schuhmacher

  12. Niemeyer, Hermann, Abbauer

Zum Gemeindevorsteher wurde am 20.9.1919 Hermann Lammers und zum Stellvertreter Gustav Sohnemann mit je 11 Stimmen gewählt.

Am 5.1.1921 wurden Nachtwachdienste durch die Einwohner eingeführt.

Am 29.3.1921 wurde der Beigeordente Gustav Sohnemann mit Wirkung ab 1.4.1921 für 3 Jahre zum Gemeindevorsteher einstimmig gewählt.
Das Gehalt betrag damals jährlich 840 Mark plus 50 Mark für Steuer plus 50 Mark für Dienstwohnung plus 60 Mark für Rechnungsführer. An Porto wurden 300 Mark festgesetzt.

Am 27.4.1921 wurde einstimmig beschlossen, von sämtlichen Grund-, Gebäude, Gewerbe- und Betriebssteuern für das Jahr 1921 200% Gemeindesteuer zu erheben, wovon 2 Quartale sofort zu zahlen waren. Ab 1. April 1921 sollte eine Lustbarkeitssteuer erhoben werden, und zwar:
für jedes Tanzvergnügen pro Tag 100 Mark
für jede aufgestellte Bude am Festplatz 20 Mark
für Aufstellung eines Karussells 100 Mark und
für Abhaltung einer Zirkusvorstellung 50 Mark.

Der Schulvorstand hatte am 4.9.1921 unter Vorsitz von Pastor Stoffregen, Kantor Windisch, Gemeindevorsteher Sohnemann, August Stradtmann und Herrn Niemeyer beschlossen, das Ackerland der ersten Schulstelle, Hundehopsfeld, 2 ha 08 ar 81 qm - gegen Land der Lammerschen Hofstelle, gelegen an der anderen Seite der Landstraße, in gleicher Größe einzutauschen. Von diesem Grundstück sollten 3 Morgen zur Anlage eines Friedhofes abgetrennt werden.

Errichtung eines Kriegerdenkmals

Nach dem verlorenen Weltkrieg war es der Wunsch der ganzen Gemeinde, den gefallenen 22 Helden ein würdiges Denkmal zu setzen, und nachdem durch freiwillige Gaben der Kostenpunkt gedeckt war, hatte der Denkmalausschuß sich verschiedne Entwürfe anfertigen lassen und diese der Gemeinde zur Auswahl vorgelegt.
Die Wahl fiel auf den Entwurf des Maurermeisters Heyer aus Celle, und der hiesige Maurermeister August Theile wurde mit der Ausführung dieses Denkmals betraut.
Alle dazu verwendeten Feldsteine stammen aus der hiesigen Feldmark und wurden von dem Steinsetzer Heinrich Haase aus Groß-Oesingen behauen, der sie dann auch in den Bau einfügen half. Begonnen wurde am 10 April 1922. Die Arbeit dauerte etwa 14 Tage, so daß die Einweihung Ende Mai 1922 (Himmelfahrtstag) stattfinden konnte. Die Aufstellung kostete 18.000,- Papiermark.
Der Ortsgeistliche hielt die Weiherede und nachbarliche Kriegervereine erhöhten die Feier durch ihre Teilnahme.

Zerstörung des Kirchturms durch Blitzschlag.

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 1923 wurde durch einen kalten Blitzschlag der Kirchturm zerstört. Der Blitz drang durch den nordwestlichen Eckpfeiler und fand eine gute Leitung durch einen Draht, welcher auf dem Zaun zwischen Kapelle und Küsterhaus angebracht und mit dem Küsterhaus verbunden war. Da sich an der Verbindungsstelle am Haus zugleich die Regenröhre befand, sprang der Blitz hinüber und von da in die angrenzende Hoflampe und in die Lichtleitung, die gänzlich zerstört wurde, und suchte dann im Keller, nachdem er dort mehrere Steintöpfe und Flaschen aus den Börten geworfen hatte, seinen Ausweg durch die Kellerwand in die Erde. Wie leicht hätte der Blitz zünden können, und die Kapelle und das Küsterhaus wären in Schutt und Asche verwandelt worden!

Am 10.5.1924 wurde Herr Sohnemann einstimmig wieder zum Gemeindevorsteher und Ernst Buchholz zum Stellvertreter gewählt.
Dem Gemeinderat gehörten weiter an: Graue, Wilhelm; Theile, August; Gralher, Hermann; Meyer, August; Hustedt, Albert; Baars, Heinrich; Radecke, Hermann; Buchholz, Ernst; Leiffer, Wilhelm; Buhr, Wilhelm; Baars, August; Stradtmann, Heinrich.

Dem Antrag des Friedrich Gellermann auf Anschaffung einer elektischen Lampe im Spritzenhaus hat der Rat am 18.10.1924 stattgegeben.

Die Verladerampe am Bahnhof unter gleichzeitiger Zurverfügungstellung des Geländes wurde am 1.8.1926 beschlossen.

Am 21.3.1928 wurde der Termin für die Einweihung der neuen Schule auf den 30.3.1928 festgelegt. Die Kinder sollten Kaffee und Kuchen in der Schule erhalten.

Am Sonntag dem 15. April 1928, hatte Kantor Windisch sein 25jähriges Amtsjubiläum in Garßen. Der Gemeindevorsteher Sohnemann, Lehrer Paetz und Bäckermeister Graue wurden beauftragt, ein Diplom zu beschaffen und zu überbringen.

Am 15.9.1928 wurde die Einführung einer Biersteuer ab 1.10.1928 mit 7% des Herstellerpreises beschlossen.

Zur Erstellung einer Straßenbeleuchtung wurde am 28.3.1929 ein Angebot von der Überlandzentrale eingeholt.

Am 14.2.1931 wurde vom Gemeindevorsteher der Antrag auf Einstellung eines Rechnungsführers gestellt und am 11.4.1931 Hermann Brammer zum Rechnungsführer gewählt.

Am 28.11.1931 wurde Ernst Buchholz zum Gemeindevorsteher gewählt. Dem Rat gehörten an:
Hermann Brammer, Wilhelm Leiffer, Heinrich Baars, August Theile, Wilhelm Buhr, Paul Willers, Albert Hustedt, August Sander, Bernhard Kleinert, Wilhelm Deppe, Hermann Wilke.

Als Stellvertreter wurde der Hofbesitzer Heinrich Baars gewählt.

Wegen der großen Finanznot wurde am 26.3.1932 die Einführung der Bürgersteuer zum Landessatz beschlossen.

Der am 17.3.1933 neugewählte Gemeindeausschuß setzte sich wie folgt zusammen:
Gemeindevorsteher Buchholz, Beigeordneter Baars, Gemeindeverordnete Bockmann, W. Gellermann, H. Theile sen., Denecke, H. Brammer, Lange, H. Theile jun., Wilke, A. Hustedt, Schäfer, Höring.

Die Schaffung einer Volksbücherei wurde am 27.9.1935 beschlossen.

Am 29.8.1938 wurde über die Benutzung des erstellten Badehauses und deren Gebühren beschlossen.

Bis zum 13.11.1945 sind leider keine Protokollniederschriften mehr vorhanden.

Auf Anordnung der Militärregierung wurde ein neuer Gemeinderat, bestehend aus 13 Mitgliedern, aufgestellt:
Bürgermeister Gustav Sohnemann, Landwirte Friedrich Gellermann, Hermann Effinghausen, August Stradtmann, Willi Baars, Willi Uhde, Adolf Knop, Bauunternehmer Heinrich Theile, Schlosser Otto Kresse und Rudi Witschi, Arbeiter Friedrich Hirsch, Fritz Dehning, Walter Meier, Otto Meine und Flüchtling Morgenrot.

Die erste freie Kommunalwahl nach dem verlorenen Kriege wurde am 15.9.1946 durchgeführt. Dem Wahlvorstand gehörten an:
Landwirt Sohnemann, Gemeindeschreiber H. Gabbey, Malermeister Kromat und Kupferschmied Rudi Witschi.
In der direkten Wahl wurden gewählt:
Baars, Willi ............. 213 Stimmen
Uhde, Wilhelm ............ 204 Stimmen
Theile, Heinrich ......... 191 Stimmen
Effinghausen, Hermann .... 190 Stimmen
Wegner, Richard .......... 175 Stimmen
Knoop, Adolf ............. 155 Stimmen
Meyer, Walter ............ 155 Stimmen
Jensek, Josef ............ 138 Stimmen

Aus dem Reservestock wurden gewählt:
Gremmel, Conrad
Deppe, Wilhelm
Heine, Dietrich

Am 23.9.1946 wurde in geheimer Wahl Heinrich Theile zum Bürgermeister gewählt.

Als Rechnungsführer auf 6 Jahre wurde am 3.10.1948 Hermann Meine bestellt.

Am 8.12.1948 wurde als Bürgermeister Gustav Sohnemann mit 10 Stimmen bei einer Enthaltung gewählt.

Die neu geschaffene Badeanstalt wurde 21.5.1949 in Betrieb genommen. Als Bademeister wurde Herr Dzida eingestellt.

Am 1.3.1952 hatte die Bäckerei Graue ihr 50jähriges Geschäfsjubiläum. Von der Verwaltung wurde gratuliert.

Am 9.10.1954 wurde der Kaufvertragsabschluß mit Frau Purgold bekanntgegeben. Es wurde das Wohnhaus und eine Landfläche von 3ha 35ar 27qm gekauft.

Kriegerehrenmal

Am 14.10.1954 stellten die Einwohner der Gemeinde Garßen an den Gemeinderat den Antrag, das bisherige Ehrenmal für die Gefallenen und Vermißten beider Wltkriege zu erweitern.

Bereits am 20.11.1954 hatte sich der Rat in einer öffentlichen Sitzung mit diesem Antrag befaßt und einstimmig beschlossen, das Ehrenmal zu erweitern. Hierzu sollte ein Ehrenmalausschuß gebildet werden. - Die Kammer für kirchliche Kunst der Ev.-luth. Landeskirche Hannover nahm am 14.6.1955 eine Besichtigung des ehemaligen Friedhofes in Garßen vor und stellte dabei 11 Punkte für die Erweiterung des Ehrenmales auf. - Die Gemeinde hatte bereits dem Gartenarchitekten Bars den Auftrag zur Erstellung eines Entwurfs gegeben. - Am 15. Oktober 1957 wurde vom Landkreis Celle der Bauschein für den Erweiterungsbau des Kriegerdankmals auf dem Flurstück 426/33 der Flur 6 erteilt.

Am 17. November 1957 konnte dann das neue Ehrenmal eingeweiht werden. Die Feierstunde begann um 14.00 Uhr auf dem alten Friedhof. Anschließend wurde um 15.00 Uhr ein Gottesdienst mit Beichte und Heiligem Abendmahl abgehalten. - die Cellesche Zeitung berichtete darüber, daß die Gemeinde keinen besseren Platz als den ehemaligen Friedhof, der viele Jahrhunderte die letzte Ruhestätte für die Bürger Garßens gewesen ist, finden konnte. - Erleichtert wurde die Aufgabe, gerade an dieser Stelle die Weihestätte erstehen zu lassen, dadurch, daß erstens hier bereits geweihte Erde durch Jahrhunderte vorhanden war und zum anderen, daß das Kriegerdenkmal des Ersten Weltkrieges am Rande dieser Anlage stand.

Zu der Einweihungsfeierlichkeit hatten sich die Angehörigen der Vermißten und Gefallenen, die Verbände und Vereine, der Gemeinderat, der Vertreter des Landkreises und die Schuljugend eingefunden, um der feierlichen Übergabe dieser Stätte in die Obhut der Gemeinde beizuwohnen. Die mit dem Dorf Garßen bereits verbundene Bergmannskapelle aus Wathlingen spielte zu Beginn den Choral "Wir treten zum Beten".

Mit ergreifenden Worten enthüllte Bürgermeister Sohnemann dann die Steine. So lange, betonte er, habe man mit der Errichtung der Steine gewartet, denn noch immer habe man gehofft, daß aus dem Osten Männer zurückkehren würden. - Im ersten Weltkrieg starben aus der Gemeinde 35, im Zweiten Weltkrieg 85 Männer. Unter Glockenschlägen und gedämpftem Trommelwirbel verlas ein Sprecher die 120 Namen der Gefallenen und Vermißten. Die Weiheansprache hielt Pastor Sellhorn.

Ein großer Teil der Ausgaben für die Neuerstellung des Ehrenmales wurde durch Spenden gedeckt. Der Platz, auf dem das Ehrenmal steht, wird nicht mehr als Friedhof benutzt, sondern nur allein noch für dieses Ehrenmal.

Zu einer Sondersitzung wurde der Rat am 11.4.1955 (2. Osterfeiertag) anläßlich des plötzlichen Todes des Ratsmitgliedes

Albert Lüllau

einberufen. Auf den Werdegang und die Verdienste des Verstorbenen wurde besonders hingewiesen.

Am 3.12.1958 mußte der Rat weider um einen Ratsherrn trauern.

Herr Arthur Abraham

war am 2.12.1958 plötzlich und unerwartet verstorben.

Am 31.3.1959 schied der bisherige Schulleiter, Herr Beyer, aus Gesundheitsrücksichten aus dem Schuldienst aus. Der Rat stimmte einstimmig der Bewerbung des Lehrers Bautor zu.

Ein Vorschlag des Wege- und Bauausschusses an den Rat zur Benennung der Straßen wurde am 21.3.1959 einstimmig angenommen. Der Vorschlag ist leider nicht mehr vorhanden.

Am 1.10.1960 wurde Herr Philipp Stumpf vom Rat zum Kassenverwalter ehrenamtlich bestellt, da Herr Meine bzw. seine Tochter, Frau Gellermann, das Amt zur Verfügung gestellt hatten.

Den Grenzänderungen zwischen den Gemeinden Altenhagen, Alvern und Bostel wurde am 13.7.1963 einstimmig zugestimmt.

Die Schließung des Bahnhofes für den Personen-, Reisegepäck- und Expreßgutverkehr wurde zum 29.9.1963 angeordnet, da in den letzten Jahren weniger als 20 Fahrkarten täglich verkauft wurden.

Die Schule in Garßen erhielt am 1.4.1964 den ersten Schulhausmeister. Aus mehreren Bewerbungen wurde Herr Oskar Krüger ausgesucht und eingestellt.

Am 13.7.1963 wurde beschlossen, dem noch zu gründenden Wasserbeschaffungsverband beizutreten, und am 23.3.1964 wurde die Gebührenordnung grundsätzlich erlassen.

Am Sonntag, dem 19.4.1964, war ein großer Waldbrand im Dockloh.

Am 2.8.1964 fand der Kreisfeuerwehrtag unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Garßen statt. Das neue Feuerwehrgerätehaus sollte bis zu diesem Tage fertiggestellt sein.

Am 30.6.1965 schied Fräulein Lebede als Schreibkraft wegen Erreichung der Altersgrenze aus den Diensten der Gemeinde aus.

Dem MÜLLABFUHRZWECKVERBAND CELLE wurde am 18.2.1965 beigetreten.

Der Einstellung von Frau Schmidt als Schreibkraft wurde zum 1.4.1965 zugestimmt.

Die Gemeinde verpflichtete sich, für den Bau einer Friedhofskapelle DM 75.000,- in drei Jahresraten zur Verfügung zu stellen. Der Baubeginn der Kapelle war etwa September 1965.

Gemäß Ratsbeschluß wurde der Gemeindedirektor am 9.6.1966 einstimmig gewählt. Sein Dienstantritt erfolgte am 9.8.1966.

Nach über 21 Jahren wieder vereint

Rückkehr von Frau Gall aus Rußland am 23.12.1966

Nach 21 Jahren wurde die Familie Gall in der Königstraße wieder vereint, Frau Gall war aus Rußland heimgekehrt.

Die schwarzmeerdeutsche Familie Gall wurde in den Wirren des Krieges getrennt. Der Schlußstrich aber konnte nun immer noch nicht gezogen werden, weil ein Sohn und vier Töchter noch in der UdSSR weilen.

Man schrieb den 20. Januar 1945. Frau Gall war über Polen nach Neuhaus/Elbe gezogen. Sie wähnt sich hier sicher, denn die Amerikaner hatten Neuhaus besetzt. Doch das Schicksal ging wieder einmal seinen eigenen Weg, denn nachdem die Amerikaner Neuhaus geräumt hatten, zogen die Russen ein. Man erfuhr es schnell, daß Frau Gall Schwarzmeerdeutsche war, und mit einem der ersten Transporte wurde die Familie Gall nach Rußland zurückgefahren. Schon im Juni wohnte sie wieder in ihrem alten Dorf. Da Frau Gall und ihre Kinder später in einem Wald arbeiten mußten, war die Familie wieder einmal gezwungen umzuziehen.

Nur Familienvorstand Jakob und Sohn Jakob waren nicht bei der Familie. Die Wirren des Krieges hatten sie nach Westdeutschland, nach Garßen, verschlagen.

Für Frau Gall und ihre Kinder war das nächste Ziel das Kombinat Saftigar im europäischen Rußland. Im Jahre 1956 - der damalige Bundeskanzler Adenauer besuchte zu dieser Zeit die Sowjetunion - hörte Frau Gall auch ein Lebenszeichen von ihrem Mann und Sohn. Doch es vergingen noch einmal 10 Jahre, bis Frau Gall wieder bei ihrem Mann sein durfte. Als sie dann endlich im Mai des Jahres 1966 ein Ausreisevisum bekam, konnte sie dennoch nicht fahren, weil eine Krankheit sie an das Bett gefesselt hielt.

Die Ausreise fiel ihr nicht leicht, denn sie fuhr zwar zu ihrem Mann und ihrem Sohn, doch fünf andere Kinder ließ sie zurück. Da aber alle verheiratet sind, war diese Tatsache doch ein kleiner Trost für sie.

Nachdem sie die Fahrkosten, die etwa 200 Mark betrugen, bezahlt hatte und die Formalitäten erledigt waren, begann die Reise.

Nach einem Flug von etwa 2 1/2 Stunden landete sie in Moskau, von wo sie nach Friedland über Berlin mit dem Zug weiterfuhr. Auf der Bahnhofsmission in Moskau lernte sie noch zwei weitere Familien kennen, die ebenfalls in die Bundesrepublik auswanderten. Nach einer Bahnreise von 27 Stunden war man endlich wieder in Deutschland und nach Aufenthalt im Durchgangslager Friedland konnte ihr Mann sie endlich abholen.

Um den heimgekehrten Bürger zu begrüßen, waren vom Landkreis Celle Herr v. d. Wense und von der Gemeinde Garßen der Bürgermeister und der Gemeindedirektor in der Wohnung des Jakob Gall erschienen.

Seit 1968 ist Frau Gall wieder nach Rußland zu ihren Kindern zurückgekehrt.


Am 3. Juli 1967 hat die Kreissparkasse Celle eine Nebenzweigstelle in Garßen errichtet.

Am 4.12.1967 wurde dem Bürgermeister Gustav Sohnemann durch den Herrn Oberkreisdirektor Dr. Bruns im Sitzungsraum des Rathauses das ihm durch den Herrn Bundespräsidenten Lübke verliehene Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht.

Durch vorausgegangene Verhandlungen und Beschlüsse konnte durch Einstimmigkeit der beiden Räte die Gemeinde Alvern mit Wirkung ab 1.7.1968 in die Gemeinde Garßen eingemeindet werden.

Am 17. Juli 1968 hat der Landkreis Celle die 26. Fahrt der Altenbetreuung durchgeführt. Innerhalb von 5 Jahren war es die 176. Fahrt. Aus den Gemeinden Altenhagen, Bostel, Garßen und Lachtehausen konnten an dieser Fahrt insgesamt 104 alte Personen über 70 Jahre teilnehmen. Um 13. Uhre ging es pünktlich ab. Man kam über Weyhausen, Uelzen, durch die Göhrde, wo eine kleine Pause zum Vertreten der Beine eingelegt wurde, weiter über die Elbuferstraße nach Hitzacker in das Kurhaus "Waldfrieden". Dort wartete bereits eine schön gedeckte Tafel mit Kaffee und Kuchen auf die Gäste. Nach einem kleinen Spaziergang und Blick auf das geteilte Vaterland, füllten sich die beiden Busse wieder, und die Rückreise konnte angetreten werden. Gegen 19.00 Uhr wurden die Garßener wieder zu Hause abgeliefert.

"Betr.: Ausbau des Riethkamps zur B 191 hin"

Der Landkreis Celle hat in Verbindung mit der Ausschreibung der Kreisstraße Kirchweg / Groß Hehlen auch das Reststück Riethkamp mit ausgeschrieben.

Die Firma Felsner, Hermannsburg, war mit dem Angebot von 15.311,98 DM mindestbietende Firma. Durch einen Umlaufbeschluß wurde die Zustimmung zur Vergabe durch den Rat eingeholt.

Bei Baubeginn wurde jedoch festgestellt, daß die Gesamtflächenentwässerung in den Graben beim Gransformator noch geleistet werden muß. Die hierfür anfallenden Kosten betragen etwa 4.700,- DM.

Dem letzteren stimmte der Rat in seiner Sitzung am 9.7.68 zu.

Der Straßenbau ist im Gange, was durch die Bilder zu ersehen ist.

 

 

 

 

Ausbau des Kirchweges und Erhebung zur Kreisstraße

Der Landkreis Celle hatte den Garßener Kirchweg durch Celle bis Groß Hehlen ausbauen lassen und zur Kreisstraße erhoben. Der Ausbau wurde von der Firma Felsner in Hermannsburg ausgeführt.

Bereits am 3.9.1968 konnte diese Straße durch Herrn Landrat Bühmann dem Verkehr übergeben werden.

Panzer - Unfall

Am Donnerstag, dem 22.8.1968 gegen 11.00 Uhr, kam ein Schützenpanzer der englischen Armee auf einem Waldweg aus Richtung Rebberlah und wollte in Richtung Posten 27 fahren. Es handelte sich um eine Armee-Fahrschule.

Beim Posten 26 kam der Panzer auf die befestigte Straße. Beim Einbiegen nach links löste sich die rechte Kette des Panzers, so daß eine Manövrierfähigkeit nicht mehr gegeben war.

Der Panzer durchbrach die Leitplanke und fuhr ein 9,50m tiefe Böschung hinunter. Kurz vor dem Haus Posten 26 kam er zum Stehen.

Der Sachschaden betrug 16,50m Leitplanken. Der befestigte Fußweg um Haus 26 ist völlig verstört worden, und die Böschung mußte wieder in Ordnung gebracht werden. Im Garten des Hauses 26 entstand ein Schaden von 250 DM. Der Schaden wurde von der Polizeistation Eschede sofort aufgenommen.

Abriss der Baracken

Die Gemeinde Garßen hatte der Firma Eggers aus Müden/Örtze einen Bauplatz zwischen den Baracken am Hühnerberg verkauft. Auf diesem Gelände sollte ein 8-Familienhaus für die Barackenbewohner entstehen. Mit dem Bau wurde am 13.8.1968 begonnen.

Die kurz nach dem 2. Weltkrieg aufgestellten Baracken konnten nunmehr, nachdem die Mieter zum Teil in Eigenheimen und in dem 8-Familienhaus untergebracht werden konnten, abgerissen werden.

Am 2.6.1969 zogen die kinderreichen Familien aus. Der Neubau des 8-Familienhauses wurde bereits im Mai 1969 bezogen.

Der Abriß der Baracken wurde durch die Landwirte Gellermann und Uhde vorgenommen.

Das 8-Familienhaus erstellte die Firma Egger, Müden, unter Mitwirkung der Niedersächsischen Heimstätte. Die drei Einfamilienhäuser hat die Firma Wirtschaftsbau GmbH, Celle, gebaut.

Nach der vollständigen Planierung und nach Anlegung der Gartenfront bietet die Gemeinde Garßen, von Bostel aus kommend, nun einen schönen Anblick.

Diamantene Hochzeit

Das Ehepaar Friedrich und Minna Witschi, Königstraße 25, feierte am 29.8.1968 das seltene Fest der diamantenen Hochzeit bei voller Gesundheit.

Die Geschenke vom Land Niedersachsen und dem Landkreis Celle wurden von der z. Z. beim Landkreis beschäftigten Regierungsassessorin, Frau Dr. Haller, im Auftrage überbracht. Bürgermeister Sohnemann und Gemeindedirektor Basler übermittelten die Glückwünsche der Gemeinde und übergaben ebenfalls ein - selbst gewünschtes - Beschenk mit einem kleinen Blumengruß. Außerdem war die Bundesbahn, der Kyffhäuserbund, der Schützenverein usw. vertreten.

Bürgermeister Sohnemann wünschte dem Jubelpaar beste Gesundheit, damit nach 5 Jahren zur Eisernen Hochzeit wieder gratuliert werden könnte.

Betriebsausflug 1968

Der Betriebsausflug im Jahr 1968 führte die Ratsherren mit Frauen und die Angehörigen der Verwaltung in das Vogelparadies nach Walsrode.

Nach Besichtigung der vielen Vogelarten und der schönen anlagen wurde in der dortigen Gastwirtschaft ein Täßchen Kaffe zur Stärkung eingenommen.

Nach der Rückkehr begaben sich alle Teilnehmer in die Gastwirtschaft "Zum Bahnhof" in Garßen, wo ein von Ratsherrn Gellermann gespendetes Reh, gut vorbereitet, auf die hungrigen Teilnehmer wartete.

Es kann mit gutem Gewissen gesagt werden, daß es sich um einen gut gelungenen Ausflug handelte.

Todesfall des Ratsherrn R e i s s

Am 21.10.1968 erhielten wir die traurige Nachricht, daß der Ratsherr Rudolf Reiss, der bei der Kommunalwahl am 29.9.1968 in den Rat gewählt worden war, bei Ausübung seines Berufes am gleichen Tag um 3.55 Uhr früh den Unfalltod erlitt.

Die Beerdigung fand am 24.10.1968 um 14.00 Uhr von der alten Schule im Ortsteil Alvern aus statt. Der Verstorbene wurde von den Ratsherren der Gemeinde getragen, und der erste stellvertretende Bürgermeister, Kißling, legte den Kranz der Gemeinde Garßen am Grabe nieder.

Einzug des Winters 1968

Mit einer herrlichen Rauhreifbildung hielt der Winter seinen Einzug. Die Äste der großen Birken vor dem Rathaus bogen sich unter ihrer Last und funkelten im Sonnenlicht. Ein Anblick, den man leider nur sehr selten sehen kann.

Die Fotos sollen etwas von dem nicht wiederkehrenden Schauspiel wiedergeben.

Zusammensetzung des am 28.9.1968 amtierenden Rates

Bürgermeister Gustav Sohnemann
I. Beigeordneter Heinz Kißling
II. Beigeordneter Hans-Joachim Buchholz
Ratsherr Max Bodzian
Ratsherr Albrecht Caspari
Ratsherr Heinrich Degenhardt
Ratsherr Janke Diederichsen
Ratsherr Benno Fischer
Ratsherr Hermann Gellermann
Ratsherr Gerhard Hoepfner
Ratsherr Willi Soblik
Ratsherr Albert Stute
Ratsherr Wilhelm Uhde
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Gemeindedirektor Basler

Aufstellung einer Fernsprechzelle

Die Deutsche Bundespost hat im Verhandlungswege eine zweite Fernsprechzelle am Rathaus aufgestellt und im Juli 1969 in Betrieb genommen. Somit ist ein großer Wunsch der Bevölkerung von Neu-Garßen in Erfüllung gegangen. Wie man feststellen kann, wird fleißig telefoniert.

 

 

 

 

 

 

Fischzucht in der Gemarkung Garßen

Soweit es nicht bekannt ist, soll hiermit darauf hingewiesen werden, daß in der Gemarkung Garßen auch Fischzucht betrieben wird. - Hier ist z.B. der Landwirt Heinz Sohnemann zu nennen, der schon seit längerer Zeit seine Fischteiche unterhält. In der Hauptsache werden Forellen und Karpfen gefüttert. - Auch andere betreiben Fischzucht, wie z. B. in dem gleichen Gebiet der Landwirt Buchholz und der Mörtelwerksbesitzer Hustedt.

 

 

 

Inbetriebnahme der neuerstellten Strassenbeleuchtung

Der Rat der Gemeinde Garßen hatte sich schon lange mit der Erstellung einer Straßenbeleuchtung befaßt, mußte aber dieses Projekt wegen finanzieller Schwierigkeiten wieder zurückstellen.

In der Ratssitzung am 21. Dezember 1967 wurde von Bürgermeister Sohnemann erneut auf die Notwendigkeit der Erstellung einer Straßenbeleuchtung hingewiesen. Einstimmig hatte der Rat diesen Punkt zur weiteren Bearbeitung an den Verwaltungsausschuß überwiesen.

Bereits am 15.2.1968 tagte der Verwaltungsausschuß gemeinsam mit dem Bau- und Wegeausschuß. Anhang eines Straßenplanes wurden 56 markante Punkte für die Beleuchtung ausersehen. An eine Ausleuchtung konnte schon damals nicht gedacht werden. Auch der Stromversorgungsverband war der Gemeinde bei der Ermittlung der Leuchtenzahl sowie der Errechnung der vorläufigen Kosten behilflich. Elektromeister Manicke erläuterte in der öffentlichen Ratssitzung am 16.5.1968 seinen Plan.

Am 22.5.1968 hatte sich der Verwaltungsausschuß mit dem Vorsitzenden des Bau- und Wegeausschusses verschiedene Beleuchtungskörper und Masten angesehen.

Die Verwaltung fand dank der Vermittlung des Ratsherrn Bode die Verbindung zu Herrn Elektro-Ing. Zimmermann, der die Ausschreibungsunterlagen in einem Umfang von 60 DIN A 4-Seiten erarbeitete, die später die Grundlage der Kostenermittlung waren. Diese Ausschreibung wurde an 10 Firmen ausgegeben und von 8 Firmen wieder eingerichtet.

In der Submission am 11.2.1969, um 11.00 Uhr, im Rathaus, wurden die Angebote geöffnet und dem Rat in seiner Sitzung am 20.2.1969 das Ergebnis mitgeteilt.

Der Bau- und Wegeausschuß hatte sich sodann in seinen Sitzungen am 7. und 12.3.1969 nochmals mit dieser Angelegenheit befaßt und einstimmig die Empfehlung an den Rat, die Vergabe an die Firma Elektro-Hohls aus Bergen vorzunehmen, gefaßt.

Die Einwohner wurden für den 20.3.1969 zu einer Bürgerversammlung eingeladen und mit der Sache vertrautgemacht. Die Kostenfrage konnte nicht beantwortet werden, da erst nach der Schlußrechnung die Erschließungsquote ermittelt werden kann.

Bereits am 27.3.1969 hatte der Rat in seiner öffentlichen Sitzung einstimmig den Auftrag an die Firma Elektro-Hohls in Bergen vergeben, und der schriftliche Auftrag wurde am 15.4.1969 erteilt.

Der Baubeginn durch die Firma Südmeier aus Bergen als Tiefbaufirma erfolgte am 15. Mai 1969. Die Arbeit begann am Brennmoor und verlief durch den neuen Ortsteil ins Altdorf. Am 21. August 1969 wurde die Baumaßnahme abgeschlossen.

Bürgermeister Sohnemann konnte am 29. August 1969 im Rathaus unter Anwesenheit von Kreisoberamtmann Kröger und Bau-Ing. Buckendahl vom Landkreis Celle, Direktor Eisenwiedner vom Stromversorgungsverband, den ausführenden Firmen, dem Rat und der Verwaltung sowie der Presse, die Einschaltung per Handschalter vornehmen.

Nach einem Rundgang begaben sich alle Teilnehmer in die Gaststätte Gellermann.

Bürgermeister Sohnemann dankte sodann den ausführenden Firmen für die geleistete Arbeit und hob vor allem die umsichtige Bauausführung unter Leitung des Schachtmeisters Preuße hervor. Wurde doch kein bereits liegendes Kabel beschädigt bzw. ganz zerstört.

Ganz besonderer Dank gebührt dem Herrn Elektro-Ing. Zimmermann, der, angefangen von der Ausschreibung, Abnahme des Aufmaßes, der Rechnungskontrolle bis zur Prüfung der noch einzureichenden Schlußrechnung und Erstellung eines Lageplanes, die bürokratische Hauptlast zu tragen hatte.

Ebenfalls ein herzliches Dankeschön gebührt dem Ratsherrn Heinrich Bode, der sich bei diesen Arbeiten sehr verdient gemacht hat. War er doch in seiner Freizeit bis in den Abendstunden bei den Baustellen an den Straßen. Einen Erholungsurlaub hat er hierfür fast vollständig geopfert. Als kleine Anerkennung für die Leistung wurde ihm ein Kerzenleuchter, der die Straßenbeleuchtung symbolisieren soll, überreicht.

Bürgermeister Sohnemann überreichte Herrn Zimmermann den Bildband "Landkreis Celle" mit Widmung der Gemeinde.

Nicht vergessen sein soll die Geschäftsführung des Kalksandsteinwerkes Garßen, die es ermöglichte, die Abdecksteine preiswert zu liefern. Jede finanzielle Einsparung kommt der Gemeinde sowie auch den einzelnen Anliegern zu Gute.

Aufstellung einer Fußgängerampel an der B 191

Anläßlich der Verkehrsschau im Herbst 1969 wurde durch Herrn Oberkreisdirektor Dr. Bruns angeregt, an der B 191, Kreuzung Alvernsche Straße und Straße nach Vorwerk, eine Fußgängerampel durch das Straßenbauamt anbringen zu lassen.

Dieser Aufforderung ist man sehr schnell nachgekommen.

Am 19.12.1969, um 14.00 Uhr, wurde die durch das Straßenbauamt Celle aufgestellte Fußgängerampel in Betrieb genommen. Gleichzeitig wurde auch die Geschwindigkeitsbegrenzung der Ortsdurchfahrt auf 70 km erhöht. - Anwesend waren vom Landkreis die Herren Wehmeyer und Lutz, vom Straßenbauamt Her Meyer, von der Polizei die Herren Priese und Kißling und die Herren der Firma Siemens. Nach Einschaltung wurde die Zeitspanne für die Fußgänger gestoppt und als richtig befunden. In der Gastwirtschaft Gellermann hat die Gemeinde bei der Kälte einen Grog ausgegeben, und die Übergabeverhandlungen wurden dort geführt. Der Gemeinde Garßen entstehen keine Kosten. Die Wartung wird durch das Straßenbauamt ausgeführt.

Die Ampel bringt vor allem einen großen Vorteil für die Schulkinder. Nach Eingewöhnung konnten die Schülerlotsen abgezogen werden.

Damit ist wieder eine Gefahrenquelle ausgeschaltet worden.

Patenschaftsübernahme

Auf einstimmigen Ratsbeschluß wurde die Patenschaftsübernahme der Panzerjägerkompanie (RAK) 30 am 20.6.1970 vorgenommen. Die Kompanie befand sich auf einer Übung und traf um 11 Uhr auf dem Platz an der Lutherstraße ein.
Seitens der Gemeinde begrüßte Bürgermeister Sohnemann die Kompanie sehr herzlich und überreichte eine Urkunde mit dazugehörigem Geschenk. - Außerdem waren sämtliche Vereine und Verbände mit angetreten. - Hauptmann Freytag als Kompanieführer dankte für die Begrüßung.
Anschließend wurde an die Einwohner von Garßen aus der mitgeführten Gulaschkanone Verpflegung überreicht.
Die Waffen und Geräte der Kompanie standen zur Besichtigung frei. Um 14 Uhr landete ein Hubschrauber, der ebenfalls besichtigt werden konnte.

Am Abend fanden sich die Angehörigen der Kompanie sowie die Einwohner von Garßen im Saal der Gastwirtschaft Rettig bei einem gemütlichen Beisammensein wieder ein.

Bau einer Strassenbeleuchtung im Ortsteil Alvern

Aus dem Erlös des Schulverkaufs wurde im Ortsteil Alvern eine Straßenbeleuchtung erstellt. Mit der Ausführung der Arbeiten waren die Firmen Südmeier und Hohls beauftragt.

Im Oktober 1970 konnte in Alvern die Beleuchtung eingeschaltet werden.