Die Namensentstehung von Garßen

Der Ortsname Gersnethe von 1248 hat sich im Laufe von 700 Jahren sehr verändert. Heute schreibt man Garßen und sagt Plattdeutsch Gasten. Wie sich der Name entwickelte, soll hier kurz aufgezeichnet werden.

Gersnethe schrieb man 1248, gegen ende des 13. Jahrhunderts Ghersnedhe, dann im Verlauf des 14. Jahrhunderts ghersne und ghernsne. 1377 haben wir gertzen, 1381 ghersen und wenig später Ghersssen geschrieben. 1438 erscheint zum ersten Male Garsen. Aus "e" war - wie so oft ein "a" geworden.
Und dabei blieb es im Großen und Ganzen, von kleinen Änderungen abgesehen, bis auf den heutigen Tag.
Nach diesen Änderungen darf wohl mit Bestimmtheit angenommen werden, dass die Schreibweise von 1248 - Gersnethe - nicht die ursprüngliche war. Es ist daher nicht leicht, den Namen richtig zu deuten. Zu beachten ist dabei, dass der Ort viele Jahrhunderte vor 1248 entstanden sein muss. Das sagt schon die Flurkarte aus, die 1856, also vor der Verkoppelung, gezeichnet worden ist und die unzähligen kleinen Geländestreifen zeigt.
Gang im Gegenteil zur Flurkarte des Hagendorfes Altenhagen. Aber auch der große vorgeschichtliche Friedhof im Südwesten des Dorfes - er ist schätzungsweise 1/4 Quadratkilometer groß- lässt erkennen, wie sehr die Gegend in alter Zeit besiedelt war.

Der erste Teil des Ortsnamens "Ger" bedeutet Speer. Aber auch Personennamen sind mit "Ger" gebildet worden, z.B. Gero, Gerold (Trad Corb. § 400, 826-856), Gerrich (Ann. Fuld. ), Geribrecht, Gerihard, Geribold und Geriward.
Der zweite Teil des Namens "snethe" oder snede" könnte die plattdeutsche Bezeichnung für Schnede sein: snede oder snee.

Wenn man bedenkt, dass sich 1 1/2 km westlich von Garßen die Schnede zwischen Ostfalen und Engern hinzog und rund 2 km südwestlich dieses Ortes die drei Gaue Flottwedel, Gretinge und Loingau zusammenstießen, so könnte man Gersnethe als Gers oder Gerhards Schnede deuten, oder wie der Gründer des Ortes damals genannt wurde.

Sollte aber das "n" in der Mitte von Gersnethe aus "ing", das die Abstammung von der vorher bezeichneten Person anzeigt, abgeschliffen sein, so könnten die Letzten vier Buchstaben "ethe" oder "ethi" (Ort) gedeutet werden.
Gersnethe würde hiernach Wohnort der Sippe "Gers" oder Gerhards bedeuten.

zeigt, abgeschliffen sein, so könnten die Letzten vier Buchstaben "ethe" oder "ethi" (Ort) gedeutet werden.
Gersnethe würde hiernach Wohnort der Sippe "Gers" oder Gerhards bedeuten.