Freiwillige Feuerwehr Garssen



Ausführungen des damaligen 1. Kommandeur Ernst B u c h h o l z vom 21. Mai 1931 anläßlich des 10-jährigen Stiftungstages

Gegründet 21. Mai 1921

Wohltätig ist des Feuers Macht,
wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht;
doch furchtbar wird die Himmelskraft,
wenn sie der Fessel sich entrafft,
einhertritt auf der eignen Spur,
die freie Tochter der Natur.
(Schiller)

Überzeugung von der Wahrheit dieser Worte unseres großen Meisters sind die Grundgedanken gewesen, die weitschauende Männer bewegten, in Garßen eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen. Dieser hohe, ideale Gedanke fand noch besondere Nahrung durch schwere Schicksalsschläge, die im Jahre 1920 in unserem Nachbardorf Bostel niedergingen. Machtlos schien man dort der Götterstärke preisgegeben. Alles Mühen und Ringen der tapferen, besonnenen Helfer, zähe zu verteidigen, was in Generationen Menschenhand geschaffen hatte, schien vergeblich. Mit großer Gewalt trieb der stete Bundesgenosse des Feuers die schaurigen Flammen über zwei blühende Bauerngehöfte hinweg und legte sie in Schutt und Asche. Tief und bewegt waren die Eindrücke bei jedermann, der hier Zeuge war elementarer Vernichtungswut.

Besondere Anerkennung der Hilfestellung der Garßener durch den Kreisbrandmeister Müller erschien als reichlich Lohn. Ehrgeiz schien geweckt zu sein. "Den schlechten Mann muß man verachten, der nie bedacht, was er vollbringt." So bedurfte es nur noch eines äußeren Anstoßes, den vorhandenen Willen in die Tat umzusetzen.

Al im Herbst 1920 die Inspektion der Garßener Pflichtfeuerwehr zur vollen Zufriedenheit des Kreisbrandmeisters ausgefallen war, schien die Möglichkeit zu einer Freiwilligen Feuerwehr zu kommen, immer größer zu werden. Dank der geschickten Vorarbeit des damaligen Ortsbrandmeisters Gustav Sohnemann sen. war neben Ehrgeiz auch ideale Nächstenliebe wachgerufen, so daß mit dem vorhandenen Interesse an einer Freiwilligen Feuerwehr die Grundlage zur Gründung gegeben schien.

Der 21. Mai 1921 ist der denkwürdige Gründungstag unserer Freiwilligen Feuerwehr. Mit der Gründung der Wehr werden die Namen Gustav Sohnemann sen. und Friedrich Gellermann alle Zeit verbunden sein. Diese beiden Männer waren es, der Gemeindevorsteher und der Ortsbrandmeister, die die initiative zur Gründung ergriffen.
Unter dem Vorsitz des Ortsbrandmeisters wurde die Gründungsversammlung im Eggers'schen Gasthaus abgehalten. Man mußte dabei den Eindruck gewinnen, daß einem notwendigen Bedürfnis hiermit entsprochen war. Durch die sofortige Einschreibung von 32 Mitgliedern war das zu erwartende Resultat schon überschritten. Unter Ausnutzung dieses günstigen Ergebnisses konnte der Versammlungsleiter bereits in dieser denkwürdigen Gründungsversammlung die Wahl des Kommandos vornehmen lassen.

Ausgehend von den rein praktischen Bedürfnissen unserer Gemeinde und der Voraussetzung, das bereits vorhandene Feuerlöschgerät voll auszunutzen, mußte von vornherein eine Einteilung in drei Züge vorgenommen werden. Auf Grund dieser Gliederung kam nun folgende Wahl zustande:

als Führer Ernst Buchholz
als Stellvertreter Willi Gellermann
als Steigerzugführer Theodor Eggers
als Rottenführer Rich. Schäfer
als Stellvertreter Willi Frewert
als 1. Spritzenzugführer Gustav Sohnemann jun.
als Rottenführer August Schaper
als Stellvertreter August Stradtmann
als 2. Spritzenzugführer Hermann Radecke
als Rottenführer Carl Hennies
als Stellvertreter Hermann Korte

"Setzen wir die Feuerwehr in den Sattel, reiten kann sie schon." - So stand die junge Feuerwehr, soeben aus der Taufe gehoben, im Mittelpunkt des Gespräches von Garßen. Jetzt lag es am Kommando, in steter Kleinarbeit Uniform und Ausrüstung baldigst zu beschaffen. Ist es doch nicht allein Vorschrift, daß die Freiwillige Feuerwehr Uniform zu tragen hat, ihre Polizeigewalt, ihr Prestige und die eigene Selbsthaltung fordern es gleicherweise.

Etwas zu schaffen ohne Mittel ist auf der sündigen Welt fast unmöglich, und dennoch hat unsere Feuerwehr diese Aufgabe beinah zu lösen vermocht, allerdings unter starker Zuhilfenahme der Opferbereitschaft jedes einzelnen Kameraden sowie der Bürgschaft durch die Gemeinde. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Es gelang in kurzer Zeit, die Feuerwehr eingekleidet und ausgerüstet zum Appel zu stellen.
Besonders vorteilhaft fiel dabei der grüne Rock auf; entsprach Sitz und Farbe doch ganz der Stimmung in der Wehr.

War damit rein äußerlich den ersten Anforderungen genügt, so mußte trotz dieser vielen Innenarbeit auch sogleich die Ausbildung beginnen. Die Zusammensetzung unserer Wehr war der Bevölkerung von Garßen entsprechend durchaus günstig. Fröhliche Stimmung, Dienstfreudigkeit und ernster Tatendrang ließen nichts zu wünschen übrig. So lag es , wie schon oft im öffentlichen Leben, besonders auch hier wieder an der Führung, diese hohen Eigenschaften zu erhalten, zu fördern und nutzbar in den Dienst für die Allgemeinheit zu stellen. Ich möchte bescheiden die Behauptung vorwegnehmen, daß dieses dank der Hingabe jedes einzelnen und der tatkräftigen Unterstützung durch das Kommando als gelungen bezeichnet werden kann. Beweise werden sich in den späteren Ausführungen finden.

Wie jede dienstliche Ausbildung einer Formation mit Kleinarbeit zu beginnen hat, so war es auch bei uns. Nur vier Kameraden in der Wehr hatten bislang einer anderen Feuerwehr angehört und dadurch uns in der Ausbildung einen gewissen Anhalt gegeben. Diese vier Kameraden waren Theodor Eggers, August Schaper, Wilhelm Graue und Carl Hennies. Der größte Teil der Feuerwehrkameraden waren gediente alte Soldaten. Was Fuß- und Exerzierübungen anbelangt, war dadurch nur ein gewisses Auffrischen und Wiederholen nötig, um den Ansprüchen, die an eine Freiwillige Feuerwehr im Exerzierdienst gestellt werden, zu genügen. Auch hier wurde hierdurch die Ausbildung der ungedienten Kameraden erheblich leichter. Eine Formation, die exakt und ordentlich exerziert, hinterläßt allerorts einen guten Eindruck. Man geht nicht fehl, wenn man die Exerzierleistungen als Gradmesser für die vorhandene Disziplin annimmt.

So war es unter den genannten Umständen verhältnismäßig leicht, der erforderlichen Exerzierausbildung zu genügen.

Anders und schwieriger war dagegen die Ausbildung im praktischen Feuerlöschdienst. Jeder Zug mußte sich von Grund auf mit seinem ihm zugeteilten Gerät vertrat machen. Man mußte hier endgültig mit der von der Pflichtwehr herübergebrachten Auffassung, daß nur der Führer die Eigenart und den Mechanismus des Gerätes zu kennen brauche, aufräumen. Die Ausbildungsvorschrift sagt aus: Eine Wehr ist nur dann voll ausgebildet, wenn jeder selbst Führer sein kann. So gingen wir also daran, unsere Spritzen auseinanderzunehmen und wieder zusammenzusetzen.

Von dem Gerätedienst wurde dann übergegangen zu den Brandmanövern, die anfänglich als Trockenübungen gemacht wurden. Wenn man bedenkt, daß in der ganzen Wehr nur vier Kameraden vorhanden waren, die mehr oder weniger schon praktischen Feuerwehrdienst mitgemacht hatten, war es besonders schwierig, den Brandmanövern von vornherein ein richtiges Bild zu geben. Selbst der Führer war ja ein unausgebildeter Feuerwehrmann. Auch die ihm zur Verfügung stehenden Bücher konnten doch das praktische Bild kaum vervollständigen. An dieser Stelle möchte ich deshalb besonders hervorheben, von welch großer Bedeutung die Feuerwehrfachschule in Celle ist, für die Heranbildung jungen Führernachwuchses. Ich muß hier ehrlich zugeben, daß meine Ausbildung als freiwilliger Feuerwehrmann und Führer bis auf den heutigen Tag gedauert hat und ihr Ende voraussichtlich zeitlebens nicht erreichen wird. Da ich leider auch annehmen muß, daß es meinen Kameraden im Kommando nicht viel anders geht, so müssen wir daraus Erfahrung schöpfen und rechtzeitig genug an Führerersatz denken. Wenn uns auch in dieser Weise nun die Ausbildung im praktischen Feuerwehrdienst erhebliche Schwierigkeiten bereitet hat, so haben wir doch nie versäumt, aus Manövern und Bränden zu lernen und das Gelernte nutzbringend für uns zu verwenden. Lediglich aus den gemachten Erfahrungen heraus erkannten wir die Notwendigkeit und das Bedürfnis, mit Neuanschaffungen an die Gemeinde heranzutreten.

Ein Normal-Schema zur Bekämpfung von Bränden gibt es naturgemäß nicht und wird es auch niemals geben können; denn jeder Gebäudebrand erfordert andere Bekämpfungsmaßnahmen, wie man sie sich vorher gedacht und einüben konnte.
Gleichmäßiger hingegen verlaufen schon Wald- und Heidebrände; kommt man bei der Bekämpfung von Wald- und Heidebränden doch immer noch auf primitive Bekämpfungsmittel zurück.
Die Bekämpfungsmaßnahmen bleiben sich aus diesem Grunde bis heute ziemlich gleich. Unserer Feuerwehr die Fertigkeit in der Bekämpfung von Wald- und Heidebränden auch durch Übungen beizubringen, erübrigte sich bis heute, weil die Vorstellung des Wald- und Heidebrandes schwierig ist und außerdem fast jährlich durch tatsächliche Brände in Wald und Heide Gelegenheit genug war, zu üben und seine Wehr zu erproben.

Bei der ganzen Ausbildung, die sich bald nach festem Übungsplan regelte, wurde als Grundlage der Normal-Übungsplan für Freiwillige Feuerwehr angesehen. Die geschäftliche Handhabung und der Innendienst richteten sich nach den Normalsatzungen für Freiwillige Feuerwehren. Den ganzen geschäftlichen Innenverkehr regelte der Geschäftsführer Theodor Eggers.

Durch die Regelung des Feuerlöschwesens im Landkreis Celle besteht auch für uns die Verpflichtung der nachbarlichen Löschhilfe. Auf Grund dieser Verpflichtung gingen wir auch dazu über, in den Orten Übungen abzuhalten, in denen wir unaufgefordert Feuerlöschhilfe zu leisten hatten. Besonders diese Übungen außerhalb verliefen immer sehr angeregt, förderten kameradschaftlichen Sinn und lehrten uns vor allen Dingen die genauen Wasserverhältnisse in unseren Nachbardörfern kennen.
Die nachbarliche Löschhilfe ist auch wohl ein Hauptgrund, der vor Jahren dem damaligen Feuerwehrhauptmann von Habighorst, Kamerad Wilh. Thies jun., Veranlassung gab, die Gründung eines Feuerwehrbezirkes wachzurufen, zu dem anfänglichen Habighorst, Lachendorf und Garßen gehörten. Später gesellte sich dann auch noch Eschede hinzu. Innerhalb dieses Bezirkes war alljährlich in den Wehren der Reihenfolge nach abwechselnd eine größere Bezirksübung, die dann anschließend gemeinsam kritisiert wurde. Auch diese Bezirksübungen haben anregend und fördernd für die Ausbildung unserer Wehr gewirkt.

Bei allem ernsten Dienst kam auch der Frohsinn in der Wehr genügend zur Geltung. Fast alljährlich hielt die Wehr im Herbst ihr Tanzvergnügen ab und hatte dabei immer starken Zuspruch von Freunden und Gönnern.

Um jeden einzelnen Kameraden genügend Sicherheit gegen Unfall und Tod zu verschaffen, wurde die ganze Feuerwehr versichert, wofür die Prämie die Gemeinde zahlte.

Die Erfahrungen, die die Feuerwehr im Laufe der Zeit bei den einzelnen Bränden gemacht hatte, waren natürlich die bedeutendsten und wertvollsten. Schon im Jahre 1922 hatte die junge Wehr ein großes Feuer in Vorwerk zu bekämpfen, bei welchem sie als erste auf dem Brandplatz erschien. Durch die bittere Kälte, die an diesem Tage herrschte, froren uns sämtliche Schläuche, und wir haben hier bei diesem ersten großen Feuer bereits eine Erfahrung gemacht, die der Feuerwehr hoffentlich zeitlebens erhalten bleibt, nämlich: Gefrorene Schläuche nicht wickeln!

Es folgten im Jahre 1922 noch zwei Waldbrände, der eine im Mai im Garßener Holz und der andere Ende Mai in Marwede. Die Bekämpfung des Waldbrandes in Marwede stellte an die Wehr allergrößte Kraftanstrengungen. Bei größter Hitze den langen Weg im Eiltempo per Fahrrad zurückgelegt, der sofortige Eingriff in die Bekämpfung des Feuers, das bereits dicht vor Marwede angekommen war, erforderten fast Übermenschliches. die Feuerwehr hat hier ein Ruhmesblatt in ihre Geschichte gedruckt, wie es nicht schöner zu sein braucht.

Das Jahr 1923 verschonte uns von Bränden, aber im Jahre 1924 waren wiederum zwei Brände zu bekämpfen. Im September ein Wald- und Heidebrand im Arloh und etwas später, auch im September, ein Stallbrand in Vorwerk.
Im Jahre 1925 wurde die Feuerwehr im Juli alarmiert zu einem Waldbrand, verbunden mit einem Heidebrand im Hennecken-Moor. Wir sind dabei zu der Überzeugung gekommen, daß in Ausnahmefällen auch eine Spritze bei Wald- und Heidebränden nutzbringend unter günstigen Voraussetzungen eingesetzt werden kann.

Das Jahr 1926 ließ uns glücklicherweise wieder von Bränden verschont, aber im Jahre 1927 wurde die Wehr zu drei Bränden alarmiert. Anfang Mai ein Wald- und Heidebrand an der Kleinbahn in der Gemarkung Vorwerk. Mitte Mai ein Schornsteinbrand beim Hofbesitzer Radecke in Garßen, wobei erwähnt sein mag, daß die Befolgung der Vorschrift zur Bekämpfung von Schornsteinbränden die tatsächlich praktischste Lösung ist. Und im November dieses Jahres mußte ein Scheunenbrand niedergekämpft werden beim Hofbesitzer Effinghausen in Garßen. Dieser letzte Brand hat uns besonders gezeitt, daß für die Gemeinde Garßen lange Schlauchleitungen eine genügende Sicherheit geben, auch bei geringer Anzahl von Hydranten. Wir hatten weiter dabei gelernt, daß starke Bedienung unserer ersten Spritze Voraussetzung sein muß. An dieser Stelle der Chronik soll noch einmal besonders dem tatkräftigen Zugreifen der Garßener Frauen gedankt sein.
Auch das Jahr 1828 ließ uns von Bränden verschont; jedoch alarmierte uns das Jahr 1929 wieder zu zwei Holz- und Heidebränden. Der erste Brand war Anfang Mai im Thies'schen Moor und der zweite Brand Ende Mai am Bahnhof Garßen. Wie schon immer bei Waldbränden, bestätigte sich besonders wieder beim letzten Brand die Erfahrung, alle verfügbaren Kräfte auf kurze Strecken einzusetzen und nach Möglichkeit zwei Glieder zu bilden.
Im Jahre 1930 wurde die Wehr nach Bostel gerufen, wo der Blitz in das Gemeindehaus eingeschlagen hatte, und im März des Jahres 1930 hatte sich die Wehr wiederum mit dem Schornsteinbrand Radecke zu beschäftigen. Auch bereits in diesem Jahr wurde die Wehr zu einem Heidebrand im Breiten-Moor alarmiert.

Auch in dieser Chronik soll nicht verschwiegen werden, daß diejenigen besonders hoch zu werten sind, die in der Freiwilligen Feuerwehr unentgeltlich Dienst am Nächsten tun und selbst nicht viel zu verlieren haben. Wenn dies schon bei der Bekämpfung von Hausbränden in Erscheinung tritt, so verdoppelt sich der günstige Eindruck bei der Bekämpfung von Wald- und Heidebränden.

Wenn man in großen Zügen die Erfahrungen, die sich aus den verschiedenen Bränden ergeben, zusammenstellen will, so kommt man immer wieder darauf zurück, daß Disziplin der Grundpfeiler dem ihr anvertrauten Gerät die Erwartungen zu erfüllen vermögen, die die Gemeinde auf sie zu setzen berechtigt ist. Die im einzelnen gemachten Erfahrungen sind nach genügender Aussprache im Kommando und der Generalversammlung festgelegt im Protokollbuch.

Die Wehr, die an ihrem Gründungstage mit 32 Mitgliedern begründet war, erreichte im Laufe der Zeit eine Stärke von 46 Mitgliedern. Der Stärkenachweis ist genau zu ersehen aus der Stammrolle, und es erübrigt sich wohl, an dieser Stelle alle Namen einzeln aufzuführen.

Wie sich das Leben in der Nachkriegszeit wechselvoll in der Entwicklung gezeigt hat auf allen Gebieten, so ist leider auch die wechselseitige Einstellung nicht an allen Gründern der Wehr spurlos vorübergegangen. Wenn auch Gott sei Dank in den führenden Stellen im Kommando seit 10 Jahren kein Wechsel eingetreten ist, so sind doch unter den Kameraden in der Wehr verschiedentlich Austritte zu verzeichnen. Es liegt vielleicht zum großen Teil nur an Mißverständnissen, wenn der Ausschluß einiger Kameraden nicht zu umgehen war. Es liegt im Zug der Zeit, daß die Freiwillige Feuerwehr im allgemeinen, sowie auch bei unserer Garßener Wehr, sich nicht allzu vieler Neuanmeldungen zu erfreuen hat. Der Feuerwehr zu dienen, wird und muß ein strenger Ehrendienst bleiben. Wer sich der Feuerwehr zur Verfügung stellt, muß zuvor rückhaltlos anerkennen, daß er sich den Satzungen und damit der vorhandenen Disziplin unbedingt zu unterwerfen hat.

Hoffnung auf eine günstige zukünftige Entwicklung von Volk und Vaterland, läßt auch den Schluß zu auf Hoffnung einer günstigen Entwicklung des Freiwilligen Feuerwehrwesens. Wenn man heutigen Tages einen Rückblick auf die Entwicklung unserer Feuerwehr in den verflossenen 10 Jahren tut, so kann man mit innerer Genugtuung sagen, wir haben unsere Pflicht erfüllt und wollen nicht müde werden, auch für die Zukunft Gott zur Ehr und dem Nächsten zur Wehr zu dienen.

Aus den Protokollbüchern der Freiwilligen Feuerwehr Garßen

Am 30. Juli 1921 wurde der Wehr ein Kredit von 6.000,- RM von der Spar- und Darlehenskasse eingeräumt, um Ausrüstungs- und Bekleidungsstücke kaufen zu können. Alle Feuerwehrmitglieder hafteten für diesen Kredit.

Dieses Darlehen wurde durch private Spenden der Wehrangehörigen erstmals zurückgezahlt.

Bei Alamierung der Wehr während der Nachstunden nach außerhalb mußten Ernst Buchholz und Friedrich Gellermann die neue Spritze bespannen und Hermann Gralher hatte einen bespannten Mannschaftswagen zu stellen. Am 19. April 1922 wurde einstimmig dem Eintritt in den Bezirksverband zugestimmt. Diesem Bezirksverband gehörten die Wehren Eschede, Habighorst, Beedenbostel, Lachendorf und Garßen an.

Am 21.10 1922 wurde beschlossen, dem 1. Brandmeister, Friedrich Gellermann, zu seinem Polterabend von der gesamten Wehr einen Fackelzug zu bringen.

Am 27.1.1923 wurde beim Landratsamt die Wehr von Garßen verpflichtet, bei Bränden auch nach Bostel, Altenhagen, Vorwerk, Groß Hehlen, Scheuen, Ohe und Alvern zu gehen. Bei Aufforderung hat die Wehr auch nach Celle und Klein-Hehlen auszurücken.

Am 12. Mai 1923 wurde in einer Korpsversammlung auf Vorschlag des Kassierers der Jahresbeitrag von 6,- RM auf 200,- RM erhöht.

Der Kassenbericht am 24. Mai 1924 ergab die Einnahme von 586.465,- RM und die Ausgabe von 833.300,- RM. So blieb ein sehr hohes Defizit, das später umgerechnet 3,05 Goldmark betrug.

An dem Kreisfeuerwehrtag am 15. Juni 1924 hat die Wehr geschlossen teilgenommen. Die Abfahrt erfolgte um 7.00 Uhr vom Kameraden Eggers per Rad.

Am 25. Oktober 1924 wurde durch den 1. Hauptmann, Herrn Buchholz, dem Hornisten H. Timme, der wegen hohen Alters aus der Wehr ausschied, für seine 25jährige Tätigkeit als Hornist bei der Zwangs- und Freiwilligen Feuerwehr gedankt.

Ebenfalls wurde festgelegt, daß die Alarmierung bei Bränden durch Hornisten und Leute ausgeführt werden soll. Der Brandmeister will veranlassen, daß die Gemeinde im Spritzenhaus elektrisches Licht anlegt.

Am 13.9.1924 wurde die Wehr bei einem Heide- und Holzbrand im Arloh und am 19.9.1924 bei einem Brand eines Stallgebäudes bei Albert Knoop, Vorwerk, eingesetzt. Beide Brände wurden gelöscht. Vom Kreis wurde der Wehr für den Brand im Arloh 75,- Mark und für den Brand in Vorwerk 65,- Mark Löschprämie überwiesen.

In der Korpsversammlung am 16. Mai 1931 begrüßte der damalige Hauptmann, Kamerad Buchholz, die Versammlung mit dem Bemerken, daß die Wehr heute ihr 10jähriges Bestehen feiern könne. Mit kurzen Worten schilderte der Hauptmann die Tätigkeit in den verflossenen 10 Jahren und überreichte der Wehr die von ihm verfaßten Aufsätze. Der zweite Hauptmann überreichte herauf im Namen der Wehr dem 1. Hauptmann ein Ehrenbeil.

In der Sommergeneralversammlung hatte die Wehr eine Stärke von insgesamt 45 Mann.

Der bisherige Führer der Wehr, Herr Buchholz, wurde im Februar 1934 durch den Landrat zum Kreisfeuerwehrführer des Kreises Celle ernannt.

In der Generalversammlung am 28. April 1934 wurde die gesamte Wehr feierlichst auf das neue Deutschland verpflichtet.

Am 1. Juni 1934 wurden folgende Mitglieder in die Altenabteilung übernommen:
Friedrich Gellermann, Willi Gellermann, Theodor Eggers, Richard Schäfer, Paul Willer, Hermann Gralher, Hugo Bühring, Willi Graue sen.
Der Führer der Wehr überreichte den Kameraden ein Diplom und dankte für ihre treue Mitarbeit.

Gleichzeitig erklärte der Führer der Wehr, Buchholz, daß er als Kreisfeuerwehrführer die Wehr nun nicht mehr weiter führen könne. Er ernannte hierauf folgende neue Führer:
Gustav Sohnemann, Führer der Wehr, Hermann Wilke, Führer des Löschzuges, Hermann Radecke, Führer des halben Löschzuges, Willi Gellermann, Löschmeister, August Mellies, Löschmeister, Willi Baars, 2. Löschmeister. Zum Führer der Altersabteilung wurde Willi Gellermann bestimmt.

Im Jahre 1934 gehörten zu dem Löschbezirk Garßen die Ortschaften Ohe, Alvern, Bostel, Lachtehausen, Altenhagen und Vorwerk. In jeder Ortschaft mußte einmal im Jahr eine Übung abgehalten werden.

In der außerordentlichen Generalversammlung im Dezember 1935 wurde dem ehemaligen Hauptmann Buchholz und dem Ehrenmitglied Hennies eine Ehrenurkunde überreicht. Der Kamerad Willi Baars I wurde zum Löschmeister ernannt.

Am 31.3.1935 hatte die Wehr einen Bestand von 47 Mann. Davon fielen 9 Mann der Altersabteilung zu.

Im Jahre 1937 wurde die alte Handdruckspritze für 500 Reichsmark verkauft. Auch die alten Uniformen wurden den einzelnen verkauft.

Am 12. September 1937 konnte die Feuerwehr von Garßen dem Löschverband die neu angeschaffte Motorspritze vorführen. Die Stärke der Wehr betrug im Jahre 1938 73 Mann, einschließlich der Altersabteilung.

Im Jahre 1941 wurde notiert: In der Zeit von 1943 bis 1946 sind keine Versammlungen der Freiwilligen Feuerwehr anberaumt gewesen, bei der Protokolle geführt wurden. Durch die besonderen Verhältnisse der letzten Kriegsjahre sowie der ersten Nachkriegsjahre war die Arbeit der Wehr fast völlig lahmgelegt. Insbesondere nach dem Zusammenbruch 1945 konnte die Freiwillige Feuerwehr keinen Dienst leisten, da das Löschfahrzeug und fast sämtliches Material und Ausrüstungsgegenstände gestohlen bzw. verbrannt waren. Erst im Jahre 1947 konnte der Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Garßen in beschränktem Umfang wieder aufgenommen werden. Dieses ist ein Verdienst des Ortsbrandmeisters Gustav Sohnemann. Bei der Generalversammlung am 14.3.1947 waren auch die Männer der Wehr aus Bostel und Vorwerk anwesend. Oberbrandmeister Sohnemann gedachte das 25jährigen Bestehens der Wehr, das im Jahre 1946 sang- und klanglos vorübergegangen war. Sodann verlas der Oberbrandmeister eine Anordnung der Militärregierung, wonach die Sollstärke für motorisierte Löschgeräte ein Führer und 8 Mann zuzüglich 100 % Reserve betragen soll.

In einer Mitgliederversammlung am 27.8.1949 wurde Friedrich Hustedt einstimmig als Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr vorgeschlagen. Der Gemeinderat mußte hierzu noch seine Zustimmung geben. Diese Neuwahl war notwendig, weil der bisherige Ortsbrandmeister, Gustav Sohnemann, durch sein Bürgermeisteramt überlastet war.

Im Jahre 1951 hat die Wehr wieder ein motorisiertes Mannschaftsfahrzeug erhalten, das erforderlich wurde, da die Einsatzgruppe neu eingeteilt wurde.
Der ersten Gruppe gehörten an:
Gruppenführer: Willi Deppe
Maschinist: Hermann Niemann
Melder: Karl Wermke
Angriffstrupp: Helmut Baars, Willi Baars
Wassertrupp: Heinz Witschi, Helmut Gellermann
Schlauchtrupp: Karl-Heinz Meine, Kurt Knoblich.

Für die zweite Gruppe wurden aufgestellt:
Gruppenführer: Hermann Effinghausen
Maschinist: Günter Niemeier
Melder: Heinrich Bockmann
Angriffstrupp: Otto Persuhn, Heinrich Schridde
Wassertrupp: Egon Karau, Hartwig Fischer
Schlauchtrupp: Rudolf Dümmer, Bruno Engwer.

In der Jahreshauptversammlung am 19. März 1955 legte der bisherige Brandmeister, Friedrich Hustedt, sein Amt nieder und übergab alle der Wehr gehörenden Gegenstände seinem Stellvertreter, Karl Bockmann. Dieser übernahm den Vorsitz der Versammlung und forderte zu neuen Vorschlägen für einen Brandmeister auf. Nach Eingang der Vorschläge wurde die Wahl mit Stimmzetteln durchgeführt. Es erhielt Hermann Gellermann 19 Stimmen. Er erklärte sich sodann bereit, für ein Jahr das Amt des Ortsbrandmeisters zu übernehmen. Er ermahnte alle Kameraden, immer zum Dienst zu erscheinen und ihm treu zur Seite zu stehen. Hermann Gellermann schlug sodann Friedrich Hustedt zum Ehrenbrandmeister vor, was von der Versammlung einstimmig angenommen wurde, jedoch von dem Gewählten abgelehnt ist.
In der Generalversammlung am 8.2.1956 wurde sodann der bisherige Brandmeister, Hermann Gellermann, vorgeschlagen und einstimmig für die Dauer von 6 Jahren wiedergewählt. Als Schriftführer wurde Egon Karau gewählt.

In der Generalversammlung 1957 wurde zum Unterbrandmeister der Kamerad Bruno Engwer befördert. Zum Oberfeuerwehrmann wurden folgende Kameraden befördert: Heinz Sohnemann, Karl-Heinz Meine, Helmut Baars, Willi Baars, Egon Karau und Otto Persuhn. In der Generalversammlung am 31.1.1959 wurde der Entschluß zur Anschaffung einer neuen Kraftspritze gefaßt. Dieser Entschluß wurde vom Gemeinderat einstimmig genehmigt. Nach Vorführung verschiedener Spritzen entschloß man sich für eine Metzpumpe mit VW-Motor, der auch gleich zur Auslieferung kam. Die öffentliche Übergabe der Kraftspritze sollte im Frühjahr, verbunden mit einer Alarmübung, stattfinden.

Im Jahre 1959 waren zwei große Brände zu verzeichnen. Am 31.5.1959 um 2.00 Uhr ertönte in Garßen die Sirene. Es standen um diese Zeit die Wirtschaftsgebäude von Gastwirt Gellermann in Flammen. Obwohl zu dieser Zeit noch die gesamte Wehr auf dem Schützenfest zu finden war, klappte alles sehr schnell. Durch den Kameraden Helmut Baars, der wohl als erster am Brandherd erschienen war, wurde sämtliches Vieh gerettet. Als dann die Kraftspritze erschienen war, wurden zwei Rohre zur Brandbekämpfung eingesetzt und ein Rohr zur Abkühlung des Wohnhauses. Inzwischen waren die Celler Feuerwehr und die Nachbarwehren eingetroffen. So konnte gemeinsam der Brand abgelöscht werden und ein kleiner Teil der Scheune gerettet werden. Um 8.00 Uhr konnten dann die Wehren unter Zurücklassen einer Brandwache die Brandstelle verlassen.

Zu einem Waldbrand rückte die Wehr am 21.6. um 14.00 Uhr mit 23 Mitgliedern aus. Infolge der Trockenheit fand das Feuer reichlich Nahrung. Dieser Brand fand im Arloh statt. Es war nicht möglich, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen, und es wurden sämtliche Feuerwehren, die nicht anderswo im Einsatz waren, zur Brandstelle gerufen. Vor allem Tanklöschfahrzeuge kamen hier zu vollem Einsatz.
Es wurde vom Brandmeister der Vorschlag gemacht, einen Antrag zu stellen auf einen Tanklöschwagen. Da gerade Garßen reichlich von Waldungen und Heide umgeben ist, würde sich ein Tanklöschwagen rentieren.

Bei der Jahreshauptversammlung am 6.2.1960 konnte festgestellt werden, daß die Wehr im vergangenen Jahr 36 mal zu Waldbränden ausgefahren war und daß wohl selten eine Wehr so eine hohe Zahl erreicht.
In dieser Versammlung wurde auch der Brandmeister und sein Stellvertreter einstimmig wiedergewählt. Im Jahre 1960 hat die Gemeinde DM 10.800,- für Anschaffungen bewilligt. Dieses Geld soll als Anzahlung für den Tanklöschwagen Verwendung finden. Weitere DM 1.500,- wurden als Erweiterungsbau für das Gerätehaus bewilligt.

Am 21.5.1961 beging die Wehr ihr 40jähriges Bestehen. Die Festlichkeiten hierfür wurden jedoch einstimmig verschoben. Das neu zu erstellende Gerätehaus wollte die Wehr in Eigenhilfe bauen. Das Holz, welches von Waldbesitzern gestiftet wurde, sollte am 9.3.1962 geschlagen werden. Bereits in der Generalversammlung am 23.2.1963 wurde berichtet, daß das Gerätehaus im Rohbau erstellt sei und bisher ca. 900 Arbeitsstunden geleistet wurden. Im Winter wurde das Gerätehaus bereits mit beiden Fahrzeugen belegt. Bis auf kleine Arbeiten, die im Frühjahr ausgeführt werden sollten, ist es im wesentlichen fertiggestellt.

Im Jahre 1964 fand das Kreisfeuerwehrfest in Garßen statt. Bereits um 7.00 Uhr wurde unter Gellermanns Eichen ein Feldgottesdienst abgehalten, an dem sämtliche Wehren teilnahmen. Danach begannen die Wettkämpfe auf dem Sportplatz. Für die ordentliche Durchführung wurde Kamerad Karau verantwortlich gemacht. Nach dem gemeinsamen Mittagessen fand eine Kranzniederlegung am Ehrenmal statt. Anschließend wurde ein Werbemarsch durch den Ort vorgenommen. Dieser endete beim Spritzenhaus. Dort wurde auch die Schlüsselübergabe für das neue Gerätehaus vorgenommen. Um 17.00 Uhr begann der Festball.

Bereits im Jahre 1964 wurde der Tanklöschwagen 12 mal zu kleineren Waldbränden gerufen.

In der Sommerversammlung vom 25.9.1965 konnte der Kassenwart in seinem Kassenbericht einen Bestand von DM 1.100,- verzeichnen. Es waren 2 Neuzugänge und 1 Beförderung erfolgt.

In der Jahreshauptversammlung am 21.1.1967 wurde vom Gemeindebrandmeister festgestellt, daß im vergangenen Jahr nur 2 Brände zu bekämpfen waren. In diesem Jahr wurden von der Gemeinde 2 Funkgeräte angeschafft. Außerdem wurde eine große Übung in Garßen durchgeführt. Als Brandstelle hatte man das Rathaus vorgesehen.

Im Jahre 1968 war nur 1 Brand im Weinhorst zu verzeichnen.

In der Jahreshauptversammlung am 1.2.1969 hat Bürgermeister Sohnemann die Ehrung der Feuerwehrkameraden Sander und Effinghausen für 15jährige Mitgliedschaft vorgenommen. Der Kamerad Otto Brandes wurde für seine 40jährige Treue geehrt.

Bei der Neuwahl des Kommandos wurden folgende Kameraden festgestellt: Gellermann, Hermann; Engwer, Bruno, Karau, Egon; Baars, Willi; Bockmann, Heinrich; Niemann, Rolf.

Zu drei Einsätzen wurde die Wehr im Jahre 1969 angefordert. Außerdem wurden 17 Übungen durchgeführt.

Im Feuerwehrgerätehaus hatte sich die Decke von den Balken gelöst und mußte neu angeschlagen werden. An dieser Arbeit haben sich die Feuerwehrkameraden fleißig beteiligt.

Besonders muß noch erwähnt werden, daß die Freiwillige Feuerwehr in jedem Jahr die Blindensammlung durchgeführt hat und immer mit einem stolzen Betrag diese Sammlung abschließen konnte.

Übergabe Tanklöschfahrzeug

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